GFW - Greven

Schramm Restaurierungen und Antike Möbel - Von Barock bis Bauhaus

Ein wunderschöner Biedermeier-Kleiderschrank aus Kirschbaum, achtfach kassettiert und auf Hochglanz poliert, wurde von Jörg Getta (li.) und Dietmar Hoyer (re.) fachgerecht restauriert und wird direkt beim Kunden angeliefert und aufgebaut.

Ein wunderschöner Biedermeier-Kleiderschrank aus Kirschbaum, achtfach kassettiert und auf Hochglanz poliert, wurde von Jörg Getta (li.) und Dietmar Hoyer (re.) fachgerecht restauriert und wird direkt beim Kunden angeliefert und aufgebaut.

Greven - Die Firma „Schramm Antik“ zu beschreiben ist nicht so ganz einfach. Mitinhaber Jörg Getta beschreibt es so: „Wir bearbeiten alles, was irgendwie mit Holz zu tun hat.“ 

Milde lächelt die Maria von der Werkbank. Die Krippenfigur der St.-Martinus-Gemeinde mit ihrem blau-goldenen Mantel steht in der Werkstatt bei „Schramm Antik“ und wartet auf ihre Restaurierung. Am Sockel fehlt ein Stück und auch im Haaransatz muss Restaurator Dietmar Hoyer ihr wieder zu altem Glanz verhelfen. Doch die Bearbeitung der Krippenfigur ist nur eine von vielen Facetten des Betriebes an der Bövemannstraße 13, den er gemeinsam mit Jörg Getta führt. „Wir bearbeiten alles, was irgendwie mit Holz zu tun hat“, versucht Getta augenzwinkernd eine grobe Umschreibung.

Er ergänzt; „Dabei sind wir nicht nur auf Möbel beschränkt, sondern restaurieren auch Decken, Böden, Wandvertäfelungen, historische Fenster, antike Türen, Portale, Treppen oder auch Hotelzimmer.“ Und beim Begriff Restaurierung solle man nicht nur an Antiquitäten denken. „Neben historischen Stilen wie Barock oder Biedermeier sind wir auch in der Neuzeit angekommen, beispielsweise bei den Designklassikern der Bauhaus-Ära wie Marcel Breuer oder Mies van der Rohe“, erläutert Dietmar Hoyer und verweist auf Harry Bertoias Diamond Chair in der Werkstatt.

Auch Metall, Leder, Glas, Glasfaser, Kunststoffe oder auch Polsterungen rücken somit in den Fokus der Restauratoren: „Und was wir nicht selbst bearbeiten können, machen unsere kompetenten Partner im Netzwerk – für den Kunden angenehm, denn so hat er auch für einen komplexen Auftrag trotzdem nur einen Ansprechpartner.“ Getta und Hoyer erstellen für jeden Kunden nach einem Vor-Ort-Termin ein detailliertes Restaurierungskonzept – Werkstattbesuche zur Begutachtung des Arbeitsfortschritts inklusive.

„Schramm Restaurierungen und Antike Möbel“ führen die beiden Unternehmer quasi in der dritten Generation. Im Februar 2015 übernahmen die beiden bisherigen Angestellten den Betrieb von Harald Schramm, dessen Vater Georg das Unternehmen 1965 gründete. Der 51-jährige Getta ist ein Eigengewächs und absolvierte 1985 bereits seine Ausbildung zum Tischler im Restaurierungsbetrieb und war später bei Schramm als Werkstattleiter tätig.

Der 54-jährige Hoyer entschied sich nach Tätigkeiten im Druckgewerbe für eine Handwerksausbildung zum Tischler. Nach Lehre und Gesellenjahren in Emsdetten folgten Erfahrungen im Innen- und Schiffsausbau in Ladbergen, bevor er sich nach seiner Meisterprüfung an der Akademie Raesfeld zum Restaurator weiterbildete und 1997 zu Schramm nach Greven wechselte. Zwei Tischler runden das Team ab, bei dem detailgetreue Handwerkskunst und intensives Wissen um historische Herstellungsverfahren im Mittelpunkt stehen.

Während sich ihre Restaurierungsarbeit auf alle Stilrichtungen bezieht, liegt der Schwerpunkt beim Antiquitäten-Handel auf Biedermeier-Möbeln. „Die Möbel aus der Biedermeier-Zeit sind auch heute noch gefragte Antiquitäten“, erläutert Jörg Getta.

Doch Restaurierung und Antiquitätenhandel sind nicht die einzigen Standbeine des Unternehmens. „Wir beliefern deutschlandweit Galeristen mit handgefertigten Edelholzbilderahmen, bieten Entlackungen, aber auch Lackierungen jeglicher Art an“, erläutert Dietmar Hoyer. „Und wir bearbeiten Yachtmobiliar im Bereich Refit und Repair.“

Hier gerät Jörg Getta ins Schwärmen, denn zusätzlich zur anspruchsvollen und vielfältigen Handarbeit ist der Standort der Yachten meistens glamourös: Côte d’Azur, Singapur oder auch Katar, wo die Oberflächenveredler längere Zeit tätig waren. Weniger bekannt ist, dass der Tischlermeisterbetrieb neben historischen Handwerkstechniken auch die moderne Holzbearbeitung beherrscht und auf Kundenwunsch Neues baut.

Wichtige Motivation für die beiden Tischler und Restauratoren ist „die Vielfältigkeit ihrer Arbeit, die Rettung historischen Interieurs und der Werterhalt für den Kunden, egal ob es sich dabei um Hotel- oder Yachteinrichtungen oder um den Ohrensessel für die 94-jährige Oma handelt.“

Quelle: Grevener Zeitung, Artikel von Pia Weinekötter vom 30.01.2019