GFW - Greven

Eine blühende Vielfalt: Stefan Czekalla führt seit 25 Jahren die „Flother Staudenkulturen“

Stefan und Christine halten rund 1800 verschiedene Arten von Stauden, Gräsern und Farnen für die Kunden bereit. Kunden sind aber ausschließlich Wiederverkäufer.

Stefan und Christine halten rund 1800 verschiedene Arten von Stauden, Gräsern und Farnen für die Kunden bereit. Kunden sind aber ausschließlich Wiederverkäufer.

Greven - Seit 25 Jahren betreibt Stefan Czekalla mit seinem siebenköpfigen Team von Gartenspezialisten am Flothdamm 10 auf 2,5 Hektar einen Gartenbaubetrieb. Auf mehr als 6500 Quadratmeter werden unter Glas und Folie rund 1800 verschiedene Arten von Stauden, Gräsern und Farnen für die Kunden gezüchtet. 

Die Liebe zu den Pflanzen ist ihm quasi in die Wiege gelegt worden: „Bereits als Achtjähriger habe ich Kartoffeln zwischen Mamas Rosen gepflanzt“, erinnert sich der 53-Jährige zurück. Und als Jugendlicher widmete er sich der Kakteenzucht, einem damals nicht alltäglichen Hobby für Jugendliche. So war es auch nicht verwunderlich, dass der gebürtige Grevener nach seinem Abitur nicht ins PS-starke Familien-Unternehmen, dem Autohaus in Emsdetten, einstieg, sondern seinen „grünen Daumen“ zum Beruf machte.

Einer gärtnerischen Ausbildung in einer Baumschule folgte in Berlin das Gartenbau-Studium mit Schwerpunkt Produktion und anschließend in Hamburg die Betriebsleitung in einem namhaften Staudenbetrieb. Doch es zog ihn wieder ins Münsterland zurück und zwar in den Hanseller Floth. „Und diese schöne Landschaft ist für uns nicht nur eine reine Ortsbezeichnung, sondern stand bei der Unternehmensgründung vor 25 Jahren auch Pate für den Firmennamen: Flother Staudenkulturen.“

Und am Flothdamm 10 lässt Stefan Czekalla mit seinem siebenköpfigen Team von Gartenspezialisten auf 2,5 Hektar und davon mehr als 6500 Quadratmeter unter Glas und Folie rund 1800 verschiedene Arten von Stauden, Gräsern und Farnen für die Kunden entstehen. Und wer gehört zu den Kunden? „Wir verkaufen ausschließlich an Wiederverkäufer wie Garten-Center, Gärtnereien, Baumschulen, Garten- und Landschaftsbauer, Friedhofsgärtnereien und auch die Kommunen.“ Das Verkaufsgebiet von Flother Stauden erstreckt sich dabei über das gesamte Münsterland und Ostwestfalen bis nach Wuppertal.

Im Laufe eines Jahres werden so etwa 800 000 Pflanzen entweder selbst gezogen oder als Jungpflanzen zugekauft. Mit dem Kauf einer bestehenden Gärtnerei an der Nordwalderstraße in Greven konnte sich in 2012 der Betrieb flächenmäßig um rund zwei Hektar vergrößern. Dort werden zurzeit die bestehenden Gewächshäuser zur Überwinterung und die Lagerhalle genutzt.

Eine solche Betriebsgröße erfordert daher schon eine ausgeklügelte Logistik. Das innerbetriebliche Wege-System ist optimiert, und das von Stefan Czekalla entwickelte wetterbeständige und wiederverwendbare Beschilderungssystem für alle Pflanzen vereinfacht das Handling der Pflanzen auch für ungelernte Kräfte. Denn das Czekalla-Team wird während der Saison durch Aushilfen verstärkt. Dabei ist die Saison nicht mehr nur der Frühling und dann wieder von August bis November, sondern mittlerweile durchgängig. „Wir sind sehr stark wetterabhängig: Sobald sich die Sonne zeigt und die Erde schön krümelig wird, verzeichnet der Handel sofort eine verstärkte Nachfrage, und wir müssen zügig liefern.“

Unterstützt wird Czekalla jedoch nicht nur von seinen Mitarbeitern – „als langjähriger Ausbildungsbetrieb bieten wir für Herbst 2019 wieder einen Ausbildungsplatz zum Staudengärtner an – sondern auch von seiner Frau Christine. Als Diplom-Volkswirtin und langjährige Marketing-Leiterin stärkt die zweifache Mutter als Quereinsteigerin die Vermarktungskompetenz des Unternehmens. Verkaufshilfen für den Handel in Form von hochwertigen Beschilderungen, Flyern oder auch Postern sind neben den professionellen Lebensbereichsschildern ein großes Thema. Diese Schilder zieren oftmals Bilder, die der ambitionierte Hobby-Fotograf Czekalla selbst aufgenommen hat.

Bei der Vermarktung kooperieren die Flother Staudenkulturen mit anderen Betrieben: „Wir sind als ‚Stauden-Gilde‘ ein deutschlandweiter Zusammenschluss von acht Staudengärtnereien, von denen jeder seine Spezialkenntnisse mit einbringt, so dass wir unsere Kunden mit durchdachten Materialien beim Verkauf kompetent unterstützen können.“

Was ist für Stefan Czekalla eine perfekte Staude? „Sie sollte stetig blühen, viele Blüten haben, auch im Laub gut aussehen und möglichst resistent gegen Spätfröste sein, wie zum Beispiel eine rosafarbene Helleborus, also eine Christrose.“

 

Quelle: Grevener Zeitung, Artikel vom 10.04.2019 von Pia Weinekötter